Suche nach Wehner-Zitat

Wehn_Zitat

mit markigen Sprüchen hat sich Herbert Wehner einst einen Ruf erworben. Im Gegensatz zu manch hohler Phrase von heute haben seine Ausrufe und Zitate aber Substanz, wie ein Blick auf die umfangreiche Zitatesammlung des Bildungswerks beweist. Gerne werden sie auch bis heute in den Medien zitiert und wecken Interesse einer breiten Hörer- und Leserschaft. So unterstütze Stiftungsvorstand Dr. Christoph Meyer erst kürzlich die Suche zu einem ganz bestimmten Zitat. Aber manchmal gestaltet sich die Recherche schwieriger als gedacht. Wir veröffentlichen daher an dieser Stelle die Suchanfrage von Frau Dr. Katrin Gillwald aus Berlin:

Wie man in den Wald hinein ruft…

„Wie man in den Wald hinein ruft, …“ ist mir auf jeden Fall seit den 1960er Jahren in Erinnerung. Es war wohl nicht einmal dieses Originalsprichwort, das sich mir so eingeprägt hat, vielmehr war es eine witzige Abwandlung davon. Ihr Urheber ist Herbert Wehner (1906-1990), Sozialdemokrat und einer der einflussreichsten Politiker Deutschlands in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Als wäre es gestern gewesen: Wir sassen vor dem Radio und hörten eine Bundestagsdebatte an. Wehner, ein grossartiger Debattenredner, machte, glaube ich, einen Zwischenruf; das was jetzt kommt, war meiner Erinnerung nicht Teil einer Rede von ihm: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es um so fürchterlicher heraus“, und dies mit klasse Betonung. Eine harmlose Verballhornung war das, aber amüsiert haben wir uns gut darüber, und im Bundestag wurde, soweit ich mich erinnere, ebenfalls gelacht; alle wissen ja, wie es wirklich heissen muss.

Ich bin schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach der Geschichte dieser Wehner-Variante und ihrer Umstände. Durch freundliche Vermittlung des Herbert-Wehner-Bildungswerks (Dresden) entstand ein Kontakt mit dem Historiker und Wehner-Experten Christoph Meyer, Professor an der Hochschule Mittweida und unter anderem Vorsitzender der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung Meyer hat mir klargemacht, dass ich eine Stecknadel im Heuhaufen suche: „Wir haben hier in Dresden etwa 15 Aktenordner voll mit Bundestagsdebatten, an denen sich H.W. beteiligt hat. Außerdem haben wir etwa 90 Aktenordner voll  „Geschriebenes und Gesprochenes“, will sagen: Interviews, Reden, Entwürfe zu solchen, Presseartikel, Aufsätze etc. Weiterhin gibt es auch viele Äußerungen von H. W., die nur mündlich überliefert sind (gerade unter den Deftigeren sind einige, die quellenmäßig gar nicht zu sichern sind).“

Sein Fazit: „Wir müssten das schon noch weiter eingrenzen. Wissen Sie, wann das im Radio gekommen ist, in welchem Sender, zu welchem Anlaß?“ Diese Fragen gebe ich hiermit an unsere Leserschaft weiter.

Wer erinnert sich an Wehner’s Beitrag zu unserem Sprichwortschatz, Datum, übertragende Rundfunkstation, etc.? Danke im voraus!

Katrin Gillwald

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