In Sachsen Demokratie

Christoph Meyer

Am 19. März 2013 hielt Christoph Meyer, Vorstand der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung und ehemaliger Leiter des Bildungswerks  seine Antrittsvorlesung zum Thema “In Sachsen Demokratie”.

In seinem mit Bildern hinterlegten Referat definierte Meyer, seit Herbst 2011 an der Fakultät Soziale Arbeit in Roßwein Professor, demokratische Politik als “das Regeln der Dinge, die alle angehen” (Herbert Wehner). Als Merkmale der konservativ geprägten “Sächsischen Demokratur” benannte er vordemokratische Traditionen, Technokratismus und Bürokratismus. Für die Schwäche der “Demokratie als Lebensform” in Sachsen bzw. Ostdeutschland machte der gelernte Historiker eine mangelnde Durchschlagskraft der fünf großen “Demokratieschübe” der deutschen Geschichte verantwortlich: Bürgerlich-liberale Demokratie, Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung, Reeducation durch die Alliierten, Demokratische Bewegungen Westdeutschlands sowie die Friedliche Revolution von 1989.

Christoph Meyer, der an der Fakultät das Berufungsgebiet “Bildung und Kultur in der Sozialen Arbeit” vertritt, erläuterte sodann, warum der Einsatz für eine demokratischere Gesellschaft zu den Aufgaben der Sozialen Arbeit zählt: Erstens weil Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession per se politisch sei, zweitens weil mehr demokratische Rechte und Einflussmöglichkeiten im Interesse der Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit seien, und schließlich, drittens, weil Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen selbst daran interessiert sein müssten, sich für bessere Arbeitsbedingungen und soziale wie finanzielle Absicherung einzusetzen. Dass die Bedingungen dafür schwierig sind, räumte Meyer ein – aber, so schloss er wiederum mit einem Zitat, dagegen helfe nur: “Helfen. Und arbeiten. Und nicht verzweifeln.”(erneut: Herbert Wehner)

Den Vortragstext als pdf-Dokument gibt es hier.

 

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