Das Wehnerwerk

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen das Herbert-Wehner-Bildungswerk vorstellen.Herbert-Wehner-Bildungswerk

  • Was ist das Herbert-Wehner-Bildungswerk?

Das Bildungswerk ist ein Verein in Dresden. Wir machen politische Erwachsenenbildung.

  • Seit wann gibt es das Bildungswerk?

Seit 1992. Zuerst mit Sitz in Chemnitz; kurz danach erfolgte der Umzug nach Dresden. Seit über zehn Jahren befindet sich das Bildungswerk in der Kamenzer Straße 12 in der Dresdner Neustadt.

  • Welche Aufgabe hat das Bildungswerk?

Kurz gefasst: Das Bildungswerk möchte durch politische Bildung das demokratische Verständnis von Bürgerinnen und Bürgern stärken. Dazu organisieren wir Bürgerforen, Diskussionsveranstaltungen, Studienfahrten, Seminare, Zukunftswerkstätten, Planspiele und vieles mehr.  In unserem Ladenlokal kann man mit uns ins Gespräch kommen. Außerdem wird im Bildungswerk das Erbe Herbert Wehners unter anderem mit einer kleinen Ausstellung gepflegt. Mehr dazu erfahren Sie unter „Unser Selbstverständnis von politischer Bildung“.

  •  Wer darf an den Seminaren teilnehmen?

Jede und Jeder. Alle Seminare und Veranstaltungen des
Herbert-Wehner-Bildungswerks sind grundsätzlich öffentlich und es gibt keine Voraussetzungen, die man erfüllen muss. Unsere Seminare erfordern allerdings ein Mindestalter von 16 Jahren. Zu unseren Veranstaltungen hat keinen Zutritt, wer sich zu rassistischen, antisemitischen oder menschenfeindlichen Positionen bekennt.

  • Gibt es das Bildungswerk auch woanders?

Nein, uns gibt es nur einmal und nur in Sachsen.  Wir sind Mitglied in bundesweiten Dachverbänden der politischen Bildung, im AdB und in der ADB.

  •  Wie finanziert sich das Bildungswerk?

Die Arbeit des Bildungswerks wird staatlich gefördert – unter anderem durch den Freistaat Sachsen und die Bundeszentrale für politische Bildung. Ein wichtiger Teil sind die Teilnahmebeiträge, die wir für längere Seminare und Studienfahrten erheben. Wir erhalten keinerlei Zuwendungen von Parteien, der Wirtschaft oder anderen Institutionen.

  • Warum eigentlich Herbert Wehner?

Herbert Wehner war ein Sozialdemokrat mit sächsischen Wurzeln, der sich unter anderem auch für die politische Bildung in der Demokratie eingesetzt hat. Seine Person bildet eine Brücke zwischen dem politischen Tagesgeschäft und den langen Traditionen der  Sozialdemokratie in Sachsen.

Unser Selbstverständnis von politischer Bildung

Für uns bedeutet politische Bildung, Bürgerinnen und Bürger zur demokratischen Mitwirkung zu ermutigen und zu befähigen. Demokratie heißt für uns auch, sich in den Strukturen und Prozessen der Politik auszukennen, sie kritisch zu hinterfragen, öffentlich seine Meinung zu äußern und sich selbst zur engagieren.

Dafür reicht es nicht, ab und zu einen Blick in die Zeitung zu werfen. Wer politisch aktiv sein und qualifiziert und kritisch mitreden will, der braucht rhetorisches Geschick, Sachkenntnis und ein Interesse daran, über den Tellerrand hinauszublicken. All diese Fähigkeiten vermittelt das Herbert-Wehner-Bildungswerk in seinen Veranstaltungen. Dabei unterstreichen wir den Grundsatz, dass alle Formen der politischen Erwachsenenbildung freiwillig sein müssen, dass Inhalte offen und kontrovers diskutiert werden und verschiedene Meinungen auch nebeneinanderstehen dürfen.

Freundeskreis und Stiftung

Zur Förderung der Arbeit des Bildungswerks hat sich ein Freundeskreis gegründet, dessen Mitglieder aus Sachsen, dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus einen Beitrag leisten, der langfristig den Erwerb einer eigenen Bildungsstätte ermöglicht. Greta Wehner hat die Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung ins Leben gerufen. Sie dient dem gleichen Ziel.

Geschichte

Es waren die sächsischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten selbst, die nach der Wende die Initiative ergriffen, ein Bildungswerk zu gründen.

Sie fanden Freunde und Kooperationspartner am Niederrhein, die ihnen mit Rat und Hilfe zur Seite standen. So konnten fünfzehn Männer und Frauen aus Sachsen und vom Niederrhein am 14. September 1992 in Dresden das Herbert-Wehner-Bildungswerk gründen. Greta Wehner trug sich als erste der Anwesenden in die Gründungsliste ein. Der Landtagsabgeordnete Peter Adler wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Zunächst in Chemnitz ansässig, erfolgte 1994 der Umzug des Bildungswerks in die Landeshauptstadt, nach Dresden. Von Anfang an wurden viele Seminare veranstaltet, die besonders der praxisnahen Qualifikation zur politischen Arbeit dienten. Höhepunkte  waren Podiumsgespräche mit Helmut Schmidt und Hans-Jochen Vogel im Jahre 1997, die Enthüllung eines Herbert-Wehner-Denkmals durch Johannes Rau in der Nähe des Geburtshauses von Herbert Wehner am 25. Juni 1998 sowie die Feierstunde zum 10. Todestag von Herbert Wehner in Dresden am 19. Januar 2000 mit Reden von Greta Wehner, Peter Struck und Hans-Jochen Vogel.

Das Haus Kamenzer Str. 12 vor der Sanierung

Seit 1999 hat das Bildungswerk seinen Sitz im Ladenlokal in der Kamenzer Straße 12 (Dresden-Neustadt), und seitdem trifft der Freundeskreis sich dort jährlich am Geburtstag von Herbert Wehner zum Grillfest. Zu seinem 95. Geburtstag wurde 2001 durch Greta Wehner das Straßenschild “Herbert-Wehner-Platz” an der Dresdner Altmarkt-Galerie enthüllt. Aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des Bildungswerks im Jahr 2002 nahmen u.a. Hans-Jochen Vogel, Jürgen Schmude und der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, an einer Podiumsdiskussion in der Dreikönigskirche teil. Am 11. Juli 2003 konstituierte sich der Beirat der neu gegründeten Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, und Franz Müntefering, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, sprach im Rathaus der Landeshauptstadt Dresden.

 

Das Bildungswerk heute

In den Jahren 2004 und 2005 war am 11. Juli erneut Franz Müntefering zu Gast. Zum letztgenannten Datum sprach Hans-Jochen Vogel über Grundsatzprogramme in der Geschichte der Sozialdemokratie. Am 100. Geburtstag von Herbert Wehner im Jahr 2006 wurde die große Herbert-Wehner-Biographie von Christoph Meyer präsentiert. Vor über 400 Gästen im Dresdner Staatsschauspiel sprachen Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt und Franz Müntefering. Zum Geburtstag im Jahr 2007 erschien der damalige Parteivorsitzende Kurt Beck; 2008 fand eine Podiumsdiskussion mit Hans-Jochen Vogel, Peter Struck und Martin Dulig statt. Am 11. Juli 2009 diskutierte Gesine Schwan mit Richard Schröder und Milos Havelka aus Prag über „Lebendige Demokratie Ost?“. Zum 104. Geburtstag Herbert Wehners im Jahre 2010 debattierte der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, mit Hans-Jochen Vogel, Martin Dulig und Peter Struck über die gestaltende Rolle der Opposition in der Demokratie, 2011 wurde in ähnlicher Besetzung das Thema Volksentscheide auf Bundesebene diskutiert.

Struktur

Der Trägerverein des Bildungswerks heißt “Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V.” Vorsitzender dieses Vereins ist Dr. Chrstian Demuth. Seine StellvertreterInnen sind Albrecht Pallas und Hannelore Rollow. Ehrenvorsitzende ist Greta Wehner. Der Förderverein “Neue Gesellschaft Sachsen e.V.” wurde am 18. April 1996 gegründet. Vorsitzender dieses Vereins war bis 2010 Peter Adler; am 10. September wurde Susann Rüthrich zu seiner Nachfolgerin gewählt.

Am 8. Februar 1997 wurde der “Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk” gegründet. Gründungssprecher war Bundesminister a.D. Dr. Hans-Jochen Vogel. Sein Nachfolger als Sprecher des Freundeskreises waren von 2001 bis 2007 Bundesminister a.D. Dr. Jürgen Schmude und von 2008 bis 2011 Dr. Peter Struck, ehemaliger SPD-Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag. Seit 2012 ist Dr. Frank-Walter Steinmeier Sprecher des Freundeskreises. Erster Stellvertreter ist Jürgen Schmude; als weitere Stellvertreter amtieren Staatsminister a.D. Thomas Jurk und Hanjo Lucassen, ehemaliger DGB-Landesvorsitzender in Sachsen. Dem Beirat der von Greta Wehner gegründeten Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung steht Dr. Jürgen Schmude vor.

Vorsitzender der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung und ehrenamtlicher Geschäftsführer der beiden Vereine ist der Historiker Dr. Christoph Meyer. Seit November 2011 ist Karin Pritzel Geschäftsführerin des Herbert-Wehner-Bildungswerks.

Am 3. September 2012 wurde Dr. Christian Demuth zum neuen Vorsitzenden des Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. gewählt. Er übernimmt das Amt von dem langjährigen Vorstizenden Dr. Klaus Deubel, Bürgermeister a. D. der Stadt Dresden.