Nachrichten aus den Jahren 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010.
Lehrstück in der Sache der DemokratieHerbert Wehners Rede vom 30. Juni 1960
Vor genau 50 Jahren hat der Sachse Herbert Wehner die bedeutendste Debattenrede in der Geschichte des Deutschen Bundestages gehalten. Sie ist das bis heute gültige Bekenntnis der Sozialdemokratie zur europäischen Gemeinschaft und zum westlichen Verteidigungsbündnis. Gleichzeitig ist sie "ein Lehrstück in der Sache der Demokratie" (Olaf Sund), mit dem "in einem einzigen Schritt eine neue Ausgangslage herbeigeführt wurde" (Günter Gaus). Herbert Wehner ging von einer gemeinsamen Grundlage der Demokratie in der Bundesrepublik aus. Als solche bezeichnete er die Verpflichtung auf das Grundgesetz. Wehner schrieb den Parteien ins Stammbuch: "Jede demokratische Partei hat das Recht und ist bestrebt, die Mehrheit der Wähler zu gewinnen. Wenn aber im politischen Kampf dieses Streben als Selbstzweck verdächtigt wird, statt den Kampf, soweit das überhaupt menschenmöglich ist (...) um die sachlichen Streitfragen selbst zu führen, so kann es nicht ausbleiben, dass die Demokratie und die zur Demokratie gehörenden Parteien und Institutionen schließlich in den Verdacht geraten, der Sache selbst gar nicht zu dienen, sondern sich ihrer nur zu bedienen." Am Schluss der Rede forderte Wehner die Parteien auf, in sachlicher innenpolitischer Gegnerschaft im Rahmen des demokratischen Ganzen miteinander zu wirken: "Innenpolitische Gegnerschaft belebt die Demokratie. Aber ein Feindverhältnis, wie es von manchen gesucht und angestrebt wird, tötet schließlich die Demokratie, so harmlos das auch anfangen mag." Und so freuen wir uns darüber, dass die Wahl des Bundespräsidenten am 50. Jahrestag dieser so bedeutenden Rede von Herbert Wehner stattfindet. Auch im Namen unserer Stifterin Greta Wehner wünschen wir allen Parteien, Wahlmännern und -frauen, dass sie mit ihrer Entscheidung ihrer Verantwortung für das Ganze gerecht werden. Christoph Meyer, Stiftungsvorstand Näheres zur Rede vom 30. Juni 1960 sowie deren Text als PDF-Download Veranstaltung "Opposition gestaltet" mit Frank-Walter Steinmeier am 11. Juli 2010 |
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Herbert Wehner und die ArbeitnehmerRede eines 89jährigen FreundeskreismitgliedsMichael Weber (89) aus Zemmer bei Trier in Rheinland-Pfalz hat im Mai ein Grußwort zu 65 Jahre Ortsverein der SPD Salzgitter-Lebenstedt (Niedersachsen) gehalten. Der frühere Betriebsrat und Landtagsabgeordnete, langjähriges Mitglied im Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk, kannte Herbert Wehner seit den 1950er Jahren. In seinem Grußwort macht Weber bemerkenswerte Anmerkungen zur Geschichte und zur politischen Arbeit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Betrieben. Greta Wehner hat dem Herbert-Wehner-Bildungswerk diesen Redetext geschickt und angeregt, ihn einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das tun wir gerne. Das Dokument findet sich hier. |
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Handreichung: PressemitteilungenJetzt zum Download bereitDas Herbert-Wehner-Bildungswerk bietet ab sofort kostenlos einen neuen Service an: "Knappe Handreichungen" zur Erleichterung politischen Arbeitens. Nummer 1 trägt den Titel "Pressemitteilungen: Die Veranstaltungsankündigung". Alle Interessierten erhalten damit die wichtigsten Regeln für gute und professionelle Pressearbeit auf einen Blick. |
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Überwindung des Freund-Feind-DenkensHerbert Wehners Paukenschlag vom 30. Juni 1960Von Christoph Meyer Vor 50 Jahren hielt Herbert Wehner die wohl bedeutendste Debattenrede in der Geschichte des Deutschen Bundestages. Am 30. Juni 1960 betrat der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende das Redepult. Alle erwarteten eine scharfe Abrechnung mit Adenauer. Was jedoch folgte, war ein achtzigminütiges Kolleg in Sachen Außenpolitik und Demokratie. Wehner überraschte Parlament und Presse. "Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands geht davon aus, dass das europäische und das atlantische Vertragssystem, dem die Bundesrepublik angehört, Grundlage und Rahmen für alle Bemühungen der deutschen Außen- und Wiedervereinigungspolitik ist." Mit diesem Satz setzte Wehner den Schlussstrich unter den außenpolitischen Streit mit der Adenauer-CDU. Gleichzeitig öffnete er den Weg zur Regierungsbeteiligung der SPD. Bewusst schuf Wehner damit die Voraussetzung für die Neue Ostpolitik. Am Ende seiner Rede zog der Exkommunist Herbert Wehner die Konsequenz aus den bitteren Erfahrungen der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Er stellte sich gegen das Freund-Feind-Denken und plädierte für Gemeinsamkeit: "Innenpolitische Gegnerschaft belebt die Demokratie. Aber ein Feindverhältnis, wie es von manchen gesucht und angestrebt wird, tötet schließlich die Demokratie, so harmlos das auch anfangen mag." Wehners spätere Auftritte im Bundestag gerieten oft temperamentvoll. Das liegt nicht zuletzt daran, dass CSU und CDU damals ihrerseits einen feindseligen Oppositionsstil pflegten. Dass Politiker wie Franz Josef Strauß nicht zum Lernen aus der Geschichte bereit waren, erbitterte den gebürtigen Dresdner. Manche meinen, in Wehner vor allem den scharfzüngigen Polterer verehren zu sollen. Aber Herbert Wehner war, das zeigt die Rede vom 30. Juni 1960, in erster Linie Staatsmann. |
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Herbert-Wehner-HausEin Aufruf von und für Sachsen
Die achtköpfige Aufrufergruppe wird angeführt von Peter Adler, dem Gründungsvorsitzenden des Herbert-Wehner-Bildungswerks. Hinzu kommen die drei ehemaligen SPD-Landesvorsitzenden Michael Lersow, Constanze Krehl und Thomas Jurk. Weiterhin dazu gehören der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Vogtland, Lutz Kätzel, die Bundes-tagsabgeordnete Daniela Kolbe aus Leipzig, der Landtagsabgeordnete Henning Homann aus Roßwein sowie die AWO-Landesvorsitzende Margit Weihnert.
"Jetzt, 2010, geht es darum, einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen", heißt es in dem Text. Und weiter: "Um einladend zu wirken, braucht die Sozialdemokratie Orte, an denen sie zu Hause ist. Das neue Haus soll mitten in Dresden sein und große Schaufenster haben. Es soll Wege zum Mitmachen eröffnen und erleichtern." Christoph Meyer, Vorsitzender der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, meint: "Jede Unterschrift ist willkommen. Aber natürlich auch jede Spende und jeder Beitritt zum Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk." Weitere Informationen sowie der Aufruf finden sich unter www.herbert-wehner-haus.org. |
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Opposition gestaltet mitSteinmeier kommt am 11. Juli nach Dresden - Diskussion mit Vogel und Dulig
Nicht nur kritisieren, aktiv mitgestalten, so lautet die Devise von Steinmeier. Für ihn ist es ausdrücklich die Aufgabe einer Opposition, anzugreifen und Missstände zu kritisieren. Zudem müsse eine Opposition jederzeit in der Lage sein, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Keineswegs dürfe sich die SPD daher in purem Populismus verlieren. "Ich will eine konstruktive Opposition führen!", so Steinmeier am 6. Januar 2010. Dass Deutschland eine starke Opposition braucht, ist gewiss auch die Auffassung von Hans-Jochen Vogel, der das schwierige Amt von 1983 bis 1991 inne hatte. Der Gründungssprecher des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk hat, so Jürgen Schmude, durch sein Wirken eindrucksvoll gezeigt, was Opposition positiv bewirken kann: "Die Regierung wird besser, tüchtiger und umsichtiger, wenn sie es mit einer guten und tatkräftigen Opposition zu tun hat." Martin Dulig schließlich, der Dritte auf dem Podium, hat die nicht einfache Aufgabe, im Sächsischen Landtag eine gute und konstruktive Oppositionsarbeit zu machen. Für ihn geht es darum, das Profil der SPD zu schärfen und einen "klaren Oppositionskurs" gegenüber der CDU/FDP-Landesregierung zu fahren. Die Gesprächsleitung hat Peter Struck, Fraktionsvorsitzender im Bundestag von 1998 bis 2002 und erneut von 2005 bis 2009. Zu Beginn der Veranstaltung erinnert Christoph Meyer, Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks, in kurzen Worten an Herbert Wehners Kursbestimmung in der Opposition der 1950er und 1960er Jahre. "Zu DDR-Zeiten war Opposition verboten, in der Bundesrepublik wurde sie zur staatspolitischen Aufgabe. Dies ist nicht zuletzt Wehners Redebeitrag vom 30. Juni 1960 zu verdanken", so der Historiker Meyer. Wie jedes Jahr trifft sich am 11. Juli in Dresden auch der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk unter Leitung von Peter Struck. Und abends werden die Mitglieder des Kreises wieder zum Grillfest auf dem Hof des Bildungswerks eingeladen. Der Geburtstag Herbert Wehners fällt dieses Jahr auf einen Sonntag, noch dazu auf den Tag des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. "Selbstverständlich geben wir am Abend die Gelegenheit, das Spiel gemeinsam anzusehen", verspricht Meyer bereits jetzt. Das Podiumsgespräch "Opposition gestaltet mit" findet am Sonntag, den 11. Juli 2010 um 15.30 Uhr im Clara-Schumann-Saal des Kulturrathauses Dresden (Innere Neustadt), Königstraße 15, statt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten (info@wehnerwerk.de; Telefon 0351-8040220). Die Veranstaltung findet in einem historischen Kontext statt. Vor fast genau 50 Jahren, am 30. Juni 1960, hielt Herbert Wehner seine berühmte Rede zur Neuausrichtung der außenpolitischen Linie der SPD. |
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Olaf Sund gestorben
Am 8. Januar 2010 ist im Alter von 78 Jahren das langjährige Mitglied des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk, Olaf Sund, von 1972 bis 1977 Mitglied des Deutschen Bundestages, gestorben. Greta Wehner schreibt dazu: "Er war der Mann, von dem Herbert gehofft hatte, er könne nach ihm die Bundestagsfraktion leiten. Doch dann haben im Jahr 1977 die Gewerkschaften in Berlin dringend gebeten, dass Herbert hilft, damit in Berlin ein geeigneter Mann die Aufgaben des Senators für Arbeit und Soziales übernimmt. Herbert meinte wohl, dass nur Olaf das bewältigt. Als Olaf ging und sie sich voneinander verabschiedeten, hatten beide Tränen in den Augen. Olaf hat später, von 1991 bis 1996, bei der Sozialministerin Regine Hildebrandt in Brandenburg das Amt des Staatssekretärs übernommen, das heißt sie mit ihrer 'Schnodderschnauze' wirkte nach außen, und er sorgte dafür, dass Verwaltung und Politik festen Boden hatten." In seinen letzten Lebensjahren war Olaf Sund schwer erkrankt. Dies ist sehr bedauerlich - gewiss wäre er dem Herbert-Wehner-Bildungswerk und seinem Freundeskreis ein wertvoller Ratgeber gewesen. |
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Helfen - Arbeiten - Nicht verzweifeln!20. Todestag Herbert Wehners - Gedenken in vier Städten
Dresden-Schneeberg-Hamburg-Bonn. Zweimal West und zweimal Ost: In vier deutschen Städten wurde in besonderer Weise an die 20. Wiederkehr des Todestags von Herbert Wehner am 19. Januar 1990 erinnert. Vier Städte, die mit dem Lebensweg des gesamtdeutschen Jahrhundertpolitikers eng verknüpft sind - Geburtsheimat - Kindheitsstadt - Wahlkreisheimat - Parlamentsstadt. Zu berichten ist von vier besonderen Veranstaltungen. Wie schon 1906 am 11. Juli im Haus Spenerstraße 13 machte Sachsens Landeshauptstadt den Beginn. Dresdens SPD-Vorsitzende Sabine Friedel begrüßte zur Mittagszeit Greta Wehner und weitere etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Erinnerungstafel an der Stelle des Geburtshauses. Dann zogen die Versammelten, darunter zahlreiche Mitglieder des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk, zwei Straßenecken weiter zum Herbert-Wehner-Denkmal, das Johannes Rau im Juni 1998 "eingeweiht" hatte. Ines Vogel, die Vorsitzende des SPD-Landesparteirats Sachsen, sprach Worte des Erinnerns und Gedenkens. Hier in Drsden, sagte sie, reifte in dem Schuhmachersohn Wehner die Erkenntnis, "dass die arbeitende Bevölkerung sich organisieren muss". Dieser Gedanke führte ihn über schmerzhafte Umwege zur aktiven Mitarbeit in der Sozialdemokratie. Die große Überschrift seiner Politik sei immer gleich geblieben: "Herbert Wehner hat gesagt, wozu Politik da ist: Den Menschen helfen." Der nachdenkliche Mensch Wehner sei in erster Linie ein großer Kämpfer gewesen. Der heutigen Sozialdemokratie hätte er geraten, nicht zu resignieren. Da, wo infolge schwarz-gelber Regierungspolitik das Soziale massiv unter Druck gerät und breite Schichten von der Bildung ferngehalten werden, "sind wir doch gehalten zu kämpfen. Das", so schloss die Historikerin Vogel, "ist ein Vermächtnis dieses Jahrhundertpolitikers. An ihn wird gedacht, er ist noch da." Am Nachmittag des 19. Januar legten der SPD-Parteivorstand, die Bundestagsfraktion und die Friedrich-Ebert-Stiftung Kränze am Grab von Herbert Wehner auf dem Burgfriedhof in Bonn-Bad Godesberg nieder. An die dreißig Personen, teils alte Weggefährten und Freunde von Wehner, trafen sich dort - an ihrer Spitze SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles und der Sprecher des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk, Peter Struck. Ebenfalls an die dreißig Anwesende tauschten ihre Erinnerungen aus. Es ist nicht verwunderlich, dass an Herbert Wehners langjähriger parlamentarischer Wirkungsstätte so manche Anekdote aus seiner fast 34jährigen Abgeordnetenzeit im Deutschen Bundestag erzählt wurde. Über 60 Gäste konnte dann am Abend Frank Richter, Kreisvorsitzender der SPD in Hamburg-Harburg, im neuen "Herbert-Wehner-Haus" begrüßen. Herbert Wehner hatte ab 1946 in Hamburg gelebt; hier war er der SPD beigetreten, wirkte er als Journalist, und in Harburg wurde er von 1949 bis 1980 neunmal hintereinander direkt in den Bundestag gewählt. So kamen hier zahlreiche Menschen zusammen, die Herbert Wehner persönlich gekannt haben: Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, Gewerkschafter, aber auch Vertreter von Behindertenverbänden und Menschen, denen Wehner geholfen hat, aus der DDR freizukommen. Biograf Christoph Meyer vom Herbert-Wehner-Bildungswerk leitete ein Podiumsgespräch mit zwei Zeitzeugen: Rolf Selzer, ehemaliger SPD-Landesgeschäftsführer Schleswig-Holstein, konnte von den "Gebetsstunden beim Onkel" berichten, an denen er Mitte der 1960er Jahre als "Volontär" beim SPD-Parteivorstand teilgenommen hat. Paul Neumann aus Stelle (Landkreis Harburg in Niedersachsen), Bundestagsabgeordneter von 1965 bis 1983, erzählte eindringlich davon, wie gründlich sich Herbert Wehner im Bundestag in alle Probleme der Politik hineingekniet hat. Der 80jährige betonte besonders, dass Wehner das Wohl von Menschen sehr am Herzen lag und er vielen, insbesondere bei der Ermöglichung der Ausreise aus der damaligen DDR aber auch in seinem Wahlkreis, sehr konkret geholfen hat, ohne dass dies zu seinen Lebzeiten öffentlich bekannt geworden wäre.
Christoph Meyer war es dann, der nach mehr als zwei Jahrzehnten den alten Wehner-Volvo wieder einmal nach Schneeberg brachte. Herbert und Greta Wehner hatten die sehenswerte Kleinstadt im Erzgebirge zuletzt im Jahr 1986 besucht. Sie war Wohnort der Familie Wehner von 1911 bis 1913. Am Abend des 20. Januar erinnerte Meyer in einem Vortrag im Kulturzentrum "Goldne Sonne" daran, dass der kleine Herbert hier die "wahrscheinlich glücklichsten Tage seiner Kindheit" verlebt hatte. Wiederum waren etwa 25 Interessierte gekommen, darunter zahlreiche Angehörige der jüngeren Generation. Den frei gehaltenen Vortrag, der einem lebhaften Gespräch vorausging, stellte Meyer, wie es - ohne Absprache! - schon beim Gedenken in Dresden und Hamburg der Fall gewesen war, unter das Wehner'sche Motto: "Helfen. Und arbeiten. Und nicht verzweifeln." Herbert Wehner, so das Fazit der Biografie von Christoph Meyer, aber auch das Fazit der vier Veranstaltungen zu seinem 20. Todestag, war ein gesamtdeutscher Jahrhundertpolitiker. "Besonders freut es mich", so Meyer, "dass es diesmal nicht das Herbert-Wehner-Bildungswerk war, welches ein Gedenken an Herbert Wehner organisiert hat, sondern dass die SPD selbst und - im Fall Schneeberg - eine kulturelle Einrichtung hier aktiv geworden sind. Denn das Gedenken an und Lernen von Herbert Wehner sollten Sache der gesamten Sozialdemokratie und weiter Kreise unserer Gesellschaft sein." Weiterer Link zum 20. Todestag von Herbert Wehner: SPD-Ortsverein Reinbek bei Hamburg. |
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20. Todestag von Herbert WehnerHerbert-Wehner-Bildungswerk informiert und lädt ein
Vor 20 Jahren, am 19. Januar 1990, ist Herbert Wehner in Bonn gestorben. Dieser Jahrestag ist Anlass zu einer Reihe von Veranstaltungen in seiner Geburtsstadt Dresden, in seiner Kindheitsstadt Schneeberg (Erzgebirge), in Herbert Wehners Wahlkreisheimat Hamburg und in Bonn, der Stadt seines wesentlichen politischen Wirkens. Zum 20. Todestag von Herbert Wehner erklärt Christoph Meyer, Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks mit Sitz in Dresden: "Wir gedenken nicht nur unseres Namensgebers, sondern eines Menschen, der das 20. Jahrhundert in allen seinen Höhen und Tiefen miterlebt und durchlebt hat. Sein Weg machte Herbert Wehner unverwechselbar. Am 11. Juli 1906 in Dresden als Sohn eines Arbeiters geboren, erlebte er früh soziale Ungerechtigkeit und setzte sich dafür ein, sie zu überwinden. Der junge Wehner wurde Anarchist und Kommunist, ein Irrweg, den er zu büßen hatte und für den er gerade stand. Er lernte aus seinen Fehlern, nicht indem er sich zurückzog, sondern indem er in der zweiten Hälfte seines Lebens als freiheitlicher Sozialdemokrat wirkte. Von 1949 bis 1983 Bundestagsabgeordneter, von 1954 bis 1973 stellvertretender Parteivorsitzender der SPD, von 1966 bis 1969 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen und von 1969 bis 1983 Fraktionsvorsitzender der SPD im Deutschen Bundestag. Es ist tragisch, dass er die Erfüllung seines Herzenswunsches, den Fall der Berliner Mauer, nicht mehr bewusst mit erleben konnte. Herbert Wehner hat deutsche Politik gestaltet und einen großen Beitrag zur Überwindung der deutschen Spaltung geleistet - politisch wie menschlich. Hierin ist er für uns ein unentbehrliches Vorbild. Sein Lebenswerk spornt uns an, nicht darin nachzulassen, die Demokratie zu gestalten und sie mit Leben zu erfüllen." Aus Anlass des 20. Todestags von Herbert Wehner gibt es in Deutschland eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen:
In Dresden gibt es den Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk. Dieser hat inzwischen über 500 Mitglieder im gesamten Bundesgebiet. Sprecher des Freundeskreises ist Bundesminister a.D. Dr. Peter Struck (SPD). Ziel der Mitglieder des Freundeskreises ist es, mittelfristig ein eigenes Haus für die politische Bildung, ein Herbert-Wehner-Haus mit Sitz in Dresden zu schaffen. |