"In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine demokratische Alternative zur gegenwärtigen Regierung."
(Herbert Wehner, 1960)
"Man hat manchmal stupide und kurzsichtig, häufig auch böswillig, bewusst als das Wollen und Streben der Sozialdemokraten hingestellt, sie wollten alles – sogar den Menschen – verstaatlichen. Die Wahrheit ist, dass sie mindestens den Staat vermenschlichen wollen. Das ist die Quintessenz ihres Wollens."
(Herbert Wehner, 1963)
"Wohlklingende Schlagworte beeindrucken zwar zeitweise Unbedarfte. Sie wecken aber letztlich bei den Bürgern kein Vertrauen, das Bestand hat und in die Zukunft trägt."
(Herbert Wehner - mit Olaf Sund, 1979)
"Die SPD hat nicht den Ehrgeiz, klein, aber fein zu sein."
(Herbert Wehner, 1966)
"Man muß sich der Welt stellen, wie die Welt ist, und darf sie nicht in Brand setzen und darf diese Welt nicht noch schlimmer, als es schon durch ihre natürlichen Gebresten geschieht, durcheinanderbringen, daß überhaupt keine Chance ist, zu den sozialen Umwälzungen zu kommen, die die Menschen brauchen, damit sie in Frieden miteinander leben können. Das ist eine Lehre."
(Herbert Wehner, 1967)
"Ich bin kein Spezialist: Ich lese häufig Biographien, um mich genauer in das Leben anderer zu vertiefen, aber auch alte oder ganz neue belletristische Werke. Allerdings nicht so oft, weil ich hier eine Art Galeerensklave bin."
(Herbert Wehner, 1980)
"Die Sozialdemokratische Partei hat eine Idee; das ist die Idee von einem Gemeinwesen, in dem das Menschenmögliche an sozialer Gerechtigkeit verwirklicht wird. Die anderen müssen sich Ersatzideologien suchen und an solchen aufranken."
(Herbert Wehner, 1966)
"Bei dem ist alles Taktik, sagen die Leute oder schreiben die Leute - sie
sagen es ja kaum; sie schreiben es, andere sagen es dann nach -, das werden
sie auch noch einmal tun, wenn ich auf der Bahre liege, dann sagen die: Das
ist auch nur Taktik, der hat sich den richtigen Moment ausgesucht."
(Herbert
Wehner, 1976)
"Bundespolitik muss Politik für Deutschland, das heißt für ganz Deutschland
sein. Deshalb ist es untragbar, wenn die Interessen einer im Grunde genommen
doch recht dünnen Oberschicht des Großbesitzes ausschlaggebend für die
Politik der Bundesregierung sind."
(Herbert Wehner, 1953)
"Volksvertretungen sind kein Luxus. Wenn aber Gemeinschaften, bei denen es um die Lebenserhaltung der europäischen Völker geht, sich in ihren parlamentarischen Rechten selber einschränken lassen, dann muß ich sagen: schade um diese Entwicklung."
(Herbert Wehner, 1965)
"Denn meine Auffassung von den Pflichten eines Politikers - der aktiv nicht nur in der Politik tätig ist, sondern sie gestalten helfen will - ist, dass es sich darum handelt, durch Politik in Ordnung zu bringen und in Ordnung zu halten, was alle Menschen angeht."
(Herbert Wehner, 1976)
"Das, was man in Anlehnung an den Begriff aus der Weimarer Republik die Große Koalition nennt, also die Koalition zwischen SPD und jetzt CDU/CSU, würde in meinen Augen eine verstärkte Chance für die Verwirklichung einiger grundlegender innerer Reformen bieten."
(Herbert Wehner, 1966)
"Beharrlichkeit allein tut es nicht, sie fällt anderen auf die Nerven.
Geduld allein tut es auch nicht, dann denken die, man kann mit uns alles machen, oder umgekehrt. Die Mischung von Geduld und Beharrlichkeit ist dafür erforderlich."
(Herbert Wehner, 1979)
"Ich verabscheue aus mancherlei Gründen die Art, einem Menschen die Arbeit unmöglich zu machen, indem man sich zum Richter über sein Verhalten in den Jahren zwischen 1933 und 1945 aufwirft."
(Herbert Wehner, 1955)
"Die Bundesrepublik ist ja nicht durch die CDU allein geschaffen worden.
Ohne die SPD und ihre Frontstellung gegen den Kommunismus hätte es keine freiheitliche Bundesrepublik Deutschland gegeben."
(Herbert Wehner, 1966)
"Große Schritte ja, aber um Himmels willen, wenn man nur mit kleinen
Schritten weiterkommt, dann auch die kleinen nicht verdrießen lassen, auch
wenn man sich dabei komisch vorkommt und dabei manchem auf die Hühneraugen
tritt bei solchen kleinen Schritten. Kleine Schritte ja, immer besser als
stillstehen."
(Herbert Wehner, 1964)
"Für das Verhältnis der Arbeitnehmer zum demokratischen Staat, aber auch für die Demokratie selbst halte ich die Untrennbarkeit von Demokratie und Vollbeschäftigung für entscheidend."
(Herbert Wehner, 1958)
"Unsere Stärke muß sein: Orientieren statt irritieren."
(Herbert Wehner, 1975)
"Erschreckt bitte nicht davor, Genossen, aber Politik macht man, damit man
Macht im Staate ausüben kann und nicht, damit man die Macht der anderen
kritisiert. Dies auch, solange man nicht selbst welche hat. Wenn man welche
hat, muß man auch wissen, sie so zu handhaben, daß man möglichst nicht bei
jedem nächsten Schritt abgewählt wird."
(Herbert Wehner, 1968)
"Es gibt keinen Grundsatz, der eine Koalition mit einer anderen
demokratischen Partei verböte oder unmöglich machte, und es gibt auch keinen
Grundsatz, der die Sozialdemokratische Partei umgekehrt nötigte, unter allen
Umständen mit einer anderen demokratischen Partei zu koalieren."
(Herbert
Wehner, 1966)
"Die CDU hat zu viel von dem, wovon die SPD noch zu wenig hat: Sinn für den Umgang mit der Staatsgewalt."
(Herbert Wehner, 1969)
"Es ist richtig, dass die SPD und die FDP nicht die gleichen gesellschaftspolitischen Programme haben. Aber sie haben auch vieles gemeinsam, und zudem sind sie aufeinander angewiesen. Die Liberalen haben übrigens nur, wenn sie nicht zulassen, dass sie von der CDU wieder unter ihre Fittiche genommen werden, die Chance der politischen Selbstständigkeit."
(Herbert Wehner, 1971
(...) ich, der ich im Jahr 1924 angefangen hatte Pfeife zu rauchen, weil
ich glaubte, das sei eine Stimulanz für die Arbeit des Schreibens, und ich
habe viel geschrieben. Am Ende kam es so, daß ich auch rauchte, ohne zu
schreiben. Wenn man dann unter dem Strich rechnet, ob ich eigentlich – ja,
was Ursache und was Wirkung war, so kommt man zu sehr skeptischen
Betrachtungen."
(Herbert Wehner, 1966)
"Privatisierte öffentliche Einrichtungen sollen der privaten Gewinnerzielung
dienen und verlieren damit ihre solidarische Hilfsfunktion für die sozial
Schwachen. Öffentliche Dienstleistungen können deshalb auch nicht nur nach
rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden.
Privatisierung scheidet als Lösungsmöglichkeit aus."
(Herbert Wehner, 1976)
"Wer mit dieser Lügenalternative 'Freiheit oder Sozialismus' Treibjagd machen und gewinnen möchte, d.h., wer die Sozialdemokratie von unserem
demokratischen Staat und der Freiheit der Deutschen amputieren will, der
versündigt sich."
(Herbert Wehner, 1976)
"Mitglieder und Freunde der SPD müssen sich darüber klar sein, daß es in
Deutschland aufgrund der ganzen Entwicklung und auch wegen der Spaltung einen vollen Erfolg der SPD nur dann geben wird, wenn viele
gesellschaftliche Vorurteile und Vorbehalte überwunden werden, die leider
auch zum Teil durch die Diskreditierung dessen, was mit dem Begriff
Sozialismus auf der anderen Seite Deutschlands geschieht, immer wieder neue Nahrung finden."
(Herbert Wehner, 1966)
"Politik ist was anderes als das Einwirkenlassen von Gefühlsdünsten. Ich
weiß, daß die nicht wegzukriegen sind, aber man sollte ihrer soweit es geht
Herr werden."
(Herbert Wehner, 1962)
"Wenn heute gesagt wird, man soll bei Tarifabschlüssen doch an das Gesamte denken, von mir werdet Ihr das so nicht hören, denn ich finde, es wird ja wohl bei der Arbeitnehmerschaft genügend Verstand dafür sein, was man unter den gegenwärtigen Umständen sich sichern muß, von dem was abfällt in der Produktion."
(Herbert Wehner, 1975)
"Ich bin in die politischen Notwendigkeiten hineingekommen nicht, um etwas
zu werden, sondern um Leuten zu helfen, dort mit bestimmten Erscheinungen
fertig zu werden, von denen sie sich sonst hätten irreführen lassen.“
(Herbert Wehner, 1976)
"Hier steht das Freiheitliche und Sozialistische, das es in Europa gibt!"
(Herbert Wehner auf dem Düsseldorfer Parteitag der SPD, 1948)
"Wenn ich sage, reale Friedenspolitik, so betone ich: Die bedarf eines
besonnenen Kopfes und auch eines heißen Herzens. Aber weder das eine allein,
noch das andere allein würde genügen. Beides aber hat Willy Brandt."
(Herbert Wehner, 1973)
"Es gibt für die SPD keinen Unterschied zwischen demokratischen Sozialisten und Sozialdemokraten."
(Herbert Wehner, 1972)
"Wir sind dazu verurteilt, uns über gewisse Grundfragen unserer großen
Politik miteinander zu verständigen. Sonst holt uns nämlich der Teufel,
jedenfalls in den Fragen, die an die Existenz unseres Volkes rühren."
(Herbert Wehner, 1963)
"Weder quantifizierte Horizontmalerei noch 'Diamat', sondern das Ausschöpfen
des Godesberger Grundsatzprogramms und das Wirken unter den für die
Erringung der Gleichheit ihrer konkreten Chancen auf seine Forderungen
angewiesenen Menschen bedeutet, 'die Welt', das heißt unsere konkreten
Verhältnisse, zu ändern, statt sie lediglich zu interpretieren oder über sie
zu resolutionieren."
(Herbert Wehner, 1971)
"Zur Demokratie gehört auch die Fähigkeit, andere mit sich und neben sich
leben zu lassen, nicht als Untergeordnete, sondern als im Wettbewerb
Nebeneinander-Stehende. Sonst ist das keine Demokratie, sondern eine
Scheindemokratie."
(Herbert Wehner, 1974)
"Ich weiß, wie sehr es darauf ankommt, daß ein Volk, auch bei der Spaltung
seines Staates, seine Einheit als Nation bewahrt. Ich weiß aber auch, daß
die Nation nicht zum höchsten Wert proklamiert werden darf, wenn nicht
eintreten soll, was wir in Deutschland in zwölf furchtbaren Jahren erlebt
haben.“
(Herbert Wehner, 1963)
"Das Recht auf Sozialismus läßt sich auch in der Bundesrepublik und im zerrissenen Deutschland derjenige Teil nicht nehmen, der darunter versteht, daß aus der Gleichheit der Rechte auch eine Gleichheit der Chancen werden soll."
(Herbert Wehner, 1971)
"Politische Inhalte sind wichtiger als organisatorische Schritte."
(Herbert
Wehner, 1979)
"Uns Sozialdemokraten erscheint es als im Lebensinteresse unseres Volkes
liegend, daß es auch im Zustand der staatlichen Trennung von uns nicht nur
angesehen, sondern miterlebt wird als dennoch eine Nation."
(Herbert Wehner,
1979)
"An Geheimdienstberichte erinnern Sie sich besonders, auch wenn sie
entstellt waren. Daß es Ihnen dazu gerade gut genug ist, zu sagen, Sie
hätten mich noch nie so in Erregung gesehen: Schönen Dank für dieses
Kompliment!"
(Herbert Wehner, 1974)
"Wenn wir überlegen, sind wir überlegen. Warten wir damit nicht, bis wir von
Terminen gejagt werden."
(Herbert Wehner, 1968)
"Als ein bundesrepublikanisches Staatsgefühl würde ich das bewußte Handeln für unseren demokratischen Staat und sein Grundgesetz ansehen."
(Herbert Wehner, 1966)
"Denken Sie an unsere großen öffentlichen Diskussionen um das Godesberger Programm. Das soll erst einmal eine andere Partei in dieser Breite, Dauer und Öffentlichkeit so schonungslos machen, wie wir das gemacht haben."
(Herbert Wehner, 1966)
"Organisationsprobleme, politisch verstanden und dargestellt, gehören zu den Kernproblemen des Ringens um den sozialen Charakter unseres demokratischen Staates, des politischen Kampfes um die Anwendung der Macht im Staat für die Demokratisierung unserer Gesellschaftsordnung."
(Herbert Wehner, 1971)
"Dies ist nicht der Staat der CDU, das ist auch nicht der Staat der SPD, das
ist ein Staat, von dessen Handlungsfähigkeit, von dessen Reformfähigkeit wir
alle abhängen."
(Herbert Wehner, 1968)
"Ich habe gelernt, daß es notwendig ist, alles, auch das Leben, dafür
einzusetzen, damit wir in Deutschland endlich die Übereinstimmung zwischen
freiheitlich demokratischer Staatsordnung und der sozialen
Gleichberechtigung aller Menschen sichern."
(Herbert Wehner, 1965)
"Dresden - das war meine Heimatstadt; dort ist auch meine Mutter in dem
Bombardement umgekommen. Ich würde es dennoch ablehnen, Dresden mit Guernica
und mit Oradour und mit Katyn in eine Reihe zu stellen."
(Herbert Wehner, 1973)
"Die aus der Arbeiterklasse Deutschlands hervorgegangene Sozialdemokratische
Partei soll eine in den breiten schaffenden Schichten des Volkes wurzelnde,
von ihnen getragene und zum Wohle des ganzen Volkes wirkende
Sozialdemokratische Partei sein."
(Herbert Wehner, 1957)
"Die SPD muß das, was sie für richtig hält, begreiflich machen für die
Menschen. Und das geht nur, wenn sie respektiert, was die Menschen unter den
gegebenen Verhältnissen so oder so sehen, so oder so aufzufassen fähig sind.
Das ist ihre Zwangslage oder die Zwangslage jeder Partei. Und da sie ihre
Politik nicht mit Schwindel betreiben kann, muß sie also äußerlich häufig
glanzlos und hausbacken erscheinen."
(Herbert Wehner, 1966)
"Die SPD muß sich in die Probleme der breiten schaffenden Volksschichten
hineinknien und alles daransetzen, sie in ihren eigenen Griff zu bekommen."
(Herbert Wehner, 1957)
"Jeder Schritt wirklicher Bewegung, demokratischer Bewegung,
Arbeiterbewegung und Arbeitnehmerbewegung ist wichtiger als noch so präzis
ausgedachte Programmformulierungen."
(Herbert Wehner, 1959)
"Unter der Herrschaft einer Partei wie der CDU ist die demokratische Ordnung
immer wieder in Gefahr, zurückzufallen in Klassen-, Kasten- und
Cliquenherrschaft."
(Herbert Wehner, 1958)
"Die Vollbeschäftigung ist so lange nicht gesichert, so lange diejenigen,
die im Besitz wirtschaftlicher Macht sind, es verhindern können, daß alle
Möglichkeiten zur Sicherung der Vollbeschäftigung in Bewegung gesetzt
werden."
(Herbert Wehner, 1958)
"Es dunkelt. Die Wolken färben sich rosarot. Es wird Zeit, noch etwas zu
machen."
(Herbert Wehner, 1970)
"Das Verbot ist ein legitimes Mittel gegenüber der NPD und anderen
Erscheinungen, die an die NSDAP anknüpfen. Hier geht es nicht darum, mit
juristischer Akribie Beweise zu erbringen, sondern darum, die Wiederholung
des schrecklichen Unglücks zu verhindern, das die NSDAP bedeutet hat. Wer
argumentiert, daß diese Leute ja schon in Landtagen sitzen und deshalb
akzeptiert werden müssen, der hat - ob bewußt oder unbewußt - im Grunde
schon kapituliert."
(Herbert Wehner, 1967)
"Ich möchte gern mal wirklich Geschichten erzählen. (…) Und davon gibt es natürlich in so einem Leben nicht wenig – Ernstes und weniger Ernstes, Schlimmes, Gutes, Schönes und auch viel Gegenteil vom Schönen. Man kommt natürlich leicht in Versuchung, dabei Lehren ziehen zu wollen. Wenn man es für sich selber tut, ist es auch in Ordnung. Wenn man es für andere zu tun versucht, muß man zur Ordnung gerufen werden. Das ist dann auch in der Ordnung."
(Herbert Wehner, 1966 beim CVJM Wuppertal)
"Ohne arbeitsfähige politische Parteien gibt es keinen Staat, der dem Volk Bewegungsfreiheit und Luft zum Atmen läßt. Aber eben deshalb ist es notwendig, festzustellen, daß unsere politischen Parteien der öffentlichen Kritik bedürfen, damit sie selbst den Forderungen der Stunde gerecht werden können."
(Herbert Wehner, 1948)
"Das Recht zur Kritik und die Pflicht zur Selbstverantwortung müssen geübt
werden, damit allmählich ein genügend starker Widerstand gegen alle Arten
totalitärer Führerherrschaft und Gleichschaltung aufgerichtet werden kann.
Ich schreibe 'alle Arten' und will damit sagen, dass die nazistische nicht
die einzige ist."
(Herbert Wehner, 1946)
"Mir war die Arbeiterbewegung von frühester Jugend auf Lebensinhalt, und ich will weder mit Kniffen noch mit Seitensprüngen von Dingen wegzukommen versuchen, mit denen ich verbunden gewesen bin. Was ich aber wollte (...) ist die Anerkennung, dass ich ehrlich gerungen habe, und dass man mir glaubt, wenn ich sage, dass ich meine nunmehrige Auffassung teuer erkauft und ehrlich erkämpft habe."
(Herbert Wehner, 1946)
"Wenn ich auch keinen Ehrgeiz habe, als ein Typ mich darzustellen, so
kann ich es nicht hindern, daß andere es tun. Die Entwicklung dessen, was
mit den sogenannten Massenmedien möglich ist an Aufpeitschung von Massenleidenschaften,
ist noch nicht zu Ende geführt: Insofern bedarf es der Kaltblütigkeit
einer ausreichenden Zahl politisch aktiver Menschen, um nicht mit diesem Strom
zu schwimmen."
(Herbert Wehner, 1976)
"Wenn manchmal gedacht und gemeint wird, die Betriebstätigen seien
die 'Hausmacht der SPD', so ist das leichtsinnig oder falsch. Die Kommunikation
zwischen SPD und Arbeitnehmerschaft ist die Voraussetzung für ein wechselseitiges
Vertrauensverhältnis."
(Herbert Wehner, 1973)
"Haß ist für mich das Schrecklichste. Ich versuche, das Wort
überhaupt zu vermeiden. Ich habe keinen Haß, und wenn ich mich dabei
ertappen würde, auch nur Anflüge davon zu spüren, so würde
ich in mich gehen."
(Herbert Wehner, 1969)
"Kommunist zu werden, um im Sinne der Bergpredigt die gesellschaftlichen
Verhältnisse des menschlichen Zusammenlebens ändern zu helfen, war deshalb
ein Irrtum, weil man bei genauem Nachdenken hätte begreifen müssen,
daß die menschlichen und politischen Mittel, die der Kommunismus vorsieht
und deren er sich bedient, die erstrebten Ziele unerreichbar macht."
(Herbert Wehner, 1969)
"Die SPD ist angetreten zum entscheidenden Ringen um den Charakter des
demokratischen Staates. Unser demokratischer Staat bedarf der Sicherung der Demokratie
in ihrem sozialen Fundament wie kein anderer demokratischer Staat."
(Herbert Wehner, 1968)
"Für uns Sozialdemokraten ist nach allen Erfahrungen der demokratische
Staat nicht nur eine Voraussetzung für den Sozialismus, sondern die staatliche
Form des Gemeinwesens, in der wir den Sozialismus zu verwirklichen suchen müssen."
(Herbert Wehner, 1959)
"Vieles an unserer gemeinsamen Aufbauleistung ist sicher beispielhaft,
weil wir eine erfolgreiche Verständigungspolitik betreiben (...), weil unser
Land über eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
verfügt, weil unser dicht geknüpftes Netz der sozialen Sicherheit zu
einer einzigartigen sozialen Stabilität geführt hat, weil wir eine konsequente
Politik stetiger Reform betreiben, weil wir es mit innergesellschaftlicher Solidarität
und realer Freiheit des einzelnen ernst meinen."
(Herbert Wehner, 1976)
"Dürfte ich für mich 'philosophieren', könnte ich bemerken,
daß es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln,
statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum
ausgeschöpft ist."
(Herbert Wehner, 1973)
"Deutsche Politik würde ihren Sinn verlieren, wenn wir es aufgäben,
als Volk in einem freien Staat zusammenleben zu wollen."
(Herbert Wehner, 1961)
"Ich habe nichts für notwendig gehalten."
(Herbert Wehner 1979, befragt ob er den Rücktritt von Willy Brandt für
notwendig gehalten habe) Kontext zum Zitat
"Die Demokratie als die allgemeine Staats- und Lebensordnung in ganz Deutschland
durchzusetzen, das ist der erklärte Wille allein der Sozialdemokratischen
Partei."
(Herbert Wehner, 1961)
"Wir müssen vor der breiten Öffentlichkeit als Partei unter
Beweis stellen, daß wir eine allgemeine Ordnung anstreben - darunter verstehe
ich den eigentlichen Bereich der Politik -, die keine Schicht und keine Gruppe
der Bevölkerung mehr benachteiligt."
(Herbert Wehner, 1959)
"Solidarität und Nächstenliebe gehören eng zusammen. Sich
in diesem Geiste zu verhalten heißt: Im politischen Leben auch Anstand gegenüber
dem politischen Gegner zu zeigen, heißt auch: Millionen Menschen vor Arbeitslosigkeit
zu bewahren und Zukunftsinvestitionen für die junge Generation weitsichtig
zu betreiben, auch wenn dafür eine stärkere Kreditaufnahme durch den
Staat in Kauf genommen werden muß."
(Herbert Wehner, 1980)
"Resignieren werde ich nicht. Weder habe ich es getan noch denke ich es
zu tun. Ich bin für Kämpfen."
(Herbert Wehner, 1968)
"Auch und gerade die Parteien müssen Mittel und Wege finden, damit
sie nicht in der modernen Industriegesellschaft ein Kartell neben einem anderen
werden. Die Parteien müssen expansiv und dynamisch und nach außen gerichtet
sein."
(Herbert Wehner, 1968)
"Der Ereignisse vom Juni 1953 würde man nicht gerecht, gedächte
man ihrer lediglich an Hand des Kalenders, ebensowenig, gedächte man ihrer
im Rahmen eines Rituals oder gar Zeremoniells. Man würde ihrer auch nicht
gerecht, wenn man annähme, sie seien wiederholbar oder man könne sich
auf sie berufen zur Bemäntelung eigenen Tuns und Nichttuns."
(Herbert Wehner, 17.6.1968)
"Der Kampf um eine gerechtere Verteilung des Sozialprodukts, gestützt
auf die Tatsache der gestiegenen Arbeitsleistung und des zunehmenden Sozialprodukts,
ist ein Kampf, bei dem es nicht nur um dieses oder jenes Branchen- oder Sonderinteresse
geht, sondern darum, daß ein neues Wirtschaftsdenken, vom Ganzen aus nämlich
und mit der Demokratie als zu sichernde Lebensbedingung, um sich greifen muß."
(Herbert Wehner, 1955)
"Und wenn mir einer sagt: Ja, wenn es um die reale Macht geht, ist es
unausweichlich, daß man hart vorgehen muß - bin ich bereit, Namen
für Namen anzugeben von Leuten, die sich in ihrer Jugendzeit eingesetzt haben
und geschlachtet worden sind für eine Sache, für die sie, wenn sie sie
begriffen hätten, nicht den Finger gerührt hätten."
(Herbert Wehner, 1946)
"Ich habe nur eine einzige Sorge: daß Sie noch nicht genügend begriffen und gelernt haben, daß es nicht Aufgabe einer parlamentarischen Opposition ist - bei allen Gegensätzen, auch wenn sie in noch so scharfer Form ausgetragen werden -, in Fragen, die die auswärtigen und die verteidigungspolitischen Notwendigkeiten betreffen, fortgesetzt genau das kaputtzumachen, zu stören, in Frage zu stellen oder als Lügen hinzustellen, was von der Regierung und der Mehrheit, die sie trägt, für richtig gehalten und gemacht wird. Da haben Sie noch eine dicke Portion hinzuzulernen."
(Herbert Wehner, 1980)
"Der Ausbau des Sozialstaates bleibt unser Auftrag ebenso wie die Bewahrung der liberalen Bürgerrechte."
(Herbert Wehner, 1976)
"Die Freiheit der Person, das Recht und die soziale Gerechtigkeit werden in einem geeinigten Deutschland triumphieren."
(Herbert Wehner, 1950)
"Demokratie aber, wenn sie nicht durch Sozialismus ergänzt oder erfüllt werden kann - mangelnder Mehrheitsmöglichkeiten wegen - geht dann - wie Erfahrungen lehren - manchmal schief."
(Herbert Wehner, 1972)
"Uns, den Sozialdemokraten, geht es darum, die gesellschaftliche Ordnung
in Harmonie mit unserer freiheitlichen demokratischen Staatsordnung zu bringen."
(Herbert Wehner, 1965)
"Das, worin Sie, meine Damen und Herren, und wir übereinstimmen,
wiegt nach meiner Ansicht nicht weniger schwer als das, worüber wir streiten,
um es sehr nüchtern zu sagen."
(Herbert Wehner, 1974 im Bundestag zur CDU/CSU-Opposition)
"In den Bundestag wollte ich nicht. Ich dachte, das braucht Zeit - und
warum soll ich? Ich habe Kurt Schumacher gesagt: Sie werden mir doch dort von
allen Seiten manchmal täglich bei lebendigem Leibe die Haut vom Leibe reißen.
Ja, sagte er, das werden sie, aber das wirst du auch aushalten. So ging das. Und
das habe ich manchmal so gefühlt, als wenn mir die Haut vom Leibe gezogen
würde."
(Herbert Wehner, 1964)
"Das ist nun so bei der kommunistischen Theorie, die in diesem Punkte
eine - ohne Spott - eine Theologie ist, daß sie alle anderen eliminieren
müssen, sofern diese sich nicht von ihnen umformen und verdauen lassen."
(Herbert Wehner, 1970)
Pluralismus ist nicht nur ein Nebeneinander der verschiedensten Gruppen und
Organisationen, sondern auch ein Gegeneinander. Da muß man wissen, gegen
welche Interessen man kämpfen und auch standhaft kämpfen muß."
(Herbert Wehner, 1972)
"Manche Politiker scheinen das politische Leben nur lebenswert zu finden,
wenn sie auf einen Feind einhauen können. Dabei sollte es doch vor allem
ihre Sorge sein, Verhältnisse zu schaffen, in denen die Menschen zurechtkommen
können."
(Herbert Wehner, 1967)
"Meine Auffassung von Terroristen ist schlicht, ob sie nun, aus welchen
Gründen immer, ihre Terrorakte 'links' oder 'rechts' motivieren: Sie sind
immer Zutreiber und manchmal bewußte Zuhälter der Reaktion."
(Herbert Wehner, 1977)
"Diskussion will gelernt sein. Zur Diskussion gehört, zuhören zu wollen und
zuhören zu können. Zur Diskussion gehört auch, sich in die Auffassungen des anderen
hineinversetzen zu wollen, damit man schließlich zum Kern der Sache kommen kann."
(Herbert Wehner, 1968)
"Ein Kulturstaat ist noch etwas mehr als ein Staat, der auch etwas für Museen
und Ausstellungen ausgibt, das ist die Verschmelzung des Sozialstaats mit dem
Rechtsgedanken und mit der Einflußmöglichkeit der nach vorn, nach oben strebenden
sozialen Schichten in unserem Volk."
(Herbert Wehner, 1961)
"Ich halte die Bewährung eines Volkes als Nation nur dadurch für denkbar, daß
es ein hohes Maß an Bürgersinn aufbringt, pflegt und praktisch zur Wirkung kommen
läßt. Das hat mich in meinen skandinavischen Lehrjahren so besonders fasziniert."
(Herbert Wehner, 1969)
"Was wir wollen, ist die Entkräftung der Zerrbilder, die andere Leute
über uns in die Welt gesetzt haben, mit der sie Leute davon abhalten, sich
für uns zu interessieren."
(Herbert Wehner, 1961)
"Die Politik läßt sich aber nicht in allen Stücken nach
den Bedürfnissen in einem Wahljahr kneten. Ausgaben verlangen finanzielle
Deckung. Wer an einer Stelle etwas verspricht, wird bald von anderen Stellen gefragt,
ob nicht auch andere Notwendigkeiten erfüllt werden müßten."
(Herbert Wehner, 1969)
"Wer einmal Kommunist war, den verfolgt Ihre gesittete Gesellschaft bis
zum Lebensende, und wenn es geht, läßt sie ihn auch noch durch Terroristen
umbringen."
(Herbert Wehner, 1975)
"Als ich 1958 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Partei gewählt
wurde, habe ich gesagt: 'Ich kann Euch nur eines wirklich versprechen, und das
werde ich machen, solange ich arbeiten kann und solange Ihr mich dahin wählt
- ich werde eine solche Mannschaft, eine arbeitsfähige, zusammenarbeitsfähige
Mannschaft bilden und erhalten helfen.'"
(Herbert Wehner, 1981)
"Wer herausgeht, muß auch wieder hereinkommen."
(Herbert Wehner, 1975)
"Man kann sich Leute vorstellen, die das Wohl des Ganzen im Munde führen
und dabei noch lange nicht bereit sind, auch das ihre dazu zu tun, daß das
Wohl jedes einzelnen im Rahmen des Wohles des Ganzen erfüllt wird."
(Herbert Wehner, 1959)
"Eine Regeneration dieser doch sehr starken CDU/CSU, die sich Union nennt,
ist wesentlich, damit es klarere Fronten in den konkreten Auseinandersetzungen
über gesellschaftliche, über die wirklichen Fragen in der Politik geben
kann."
(Herbert Wehner, 1973)
"Wir wissen auch und haben es praktisch zu spüren bekommen
, daß in einer Koalition jeder Partner nur das erreichen kann, was
auch der Koalitionspartner mit seinen Grundsätzen, Ansichten und Zielen in
Einklang bringen zu können vermeint."
(Herbert Wehner, 1971)
"Aus Erfahrungen lernen und nicht verzweifeln; im Streit der Meinungen
und Interessen nicht die Auffassungen annehmen und versteinern lassen, als seien
die Irrtümer der einen Seite die Rechtfertigung der anderen."
(Herbert Wehner, 1979)
"Politik ist das Bemühen um die erreichbare Erfüllung der Bedürfnisse
und Notwendigkeiten der Mitbürgerinnen und Mitbürger des Gemeinwesens.
In unserer Bundesrepublik stellt das Grundgesetz den Boden und den Rahmen für
das Ringen der politischen Kräfte dar. Wenn die Zeit der Analyse der blutigen
und schmerzhaften Ereignisse gekommen sein wird, kommt auch die Chance zur kritischen
und selbstkritischen Auseinandersetzung über die dabei zur Wirkung gekommenen
Faktoren. Dies wird nur dann fruchtbar sein können, wenn in der Zeit der
unmittelbaren Gefahr alles aufgeboten worden ist, was ihr entgegengewirkt und
sie schließlich gebannt haben wird. Daß sie gebannt werde, muß
für alle Seiten unseres demokratischen Gemeinwesens Ehrensache sein. Wer
jetzt 'die Messer wetzt' und schon ausprobiert, der schwächt die Kräfte
des Gemeinwesens und verhindert unter Umständen, daß der Terrorismus
ausgelöscht werden kann."
(Herbert Wehner, 1977)
"Willy Brandt hat (...) als den Stil der sozialdemokratischen Politik
das 'Große Gespräch' beschrieben, das in Wirklichkeit bedeutet die
Gegenposition zu der Starrheit, die Gegenposition zu dem 'Von-oben-Herab', die
Gegenposition der lebendigen Demokratie zu jener Auffassung, die im Staatsbürger
nur den Stimmbürger oder vor allem den Stimmbürger sieht."
(Herbert Wehner, 1969)
"Ein Leben, in dem das Streben bestimmend ist, nicht Kluft noch Widerspruch
zwischen dem als Wahrheit Erkannten und dem eigenen Tun entstehen zu lassen. Diese
Maxime ist gewiß nicht allmächtig, aber sie ist unerläßlich
gerade für einen Sozialisten."
(Herbert Wehner, 1946)
"Die gleichen Rechte müssen umgesetzt werden in gleiche Chancen.
Jeder Mensch soll seine konkrete persönliche Chance haben. Das festzuhalten
und dafür immer breitere Unterstützung bei den Mitbürgerinnen und
Mitbürgern zu erwerben, ist das wichtigste politische Vermächtnis."
(Herbert Wehner, 1971)
"Die Steigerung der Leistungsfähigkeit der dem Gemeinwohl dienenden Einrichtungen
von Bund, Ländern und Gemeinden für soziale Sicherheit, für humane Lebensbedingungen
und kulturellen Fortschritt hat von der Sozialdemokratie stets vordringlich behandelt
zu werden."
(Herbert Wehner, 1978)
"So wichtig heute auch die Computer und die Datenverarbeitung sind, es wäre
schrecklich, wenn sie höher bewertet würden als das, was der Mensch wirklich selber
bedeutet, was er braucht und wozu er gebraucht werden kann."
(Herbert Wehner, 1973)
"Organisationen, Genossinnen und Genossen, sind nicht Selbstzweck. Aber, und
dieses Aber groß geschrieben, für die Demokratie und für den sozialen Fortschritt
sind Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften unentbehrlich. Sie sind nicht
voneinander zu trennen, was sie auch statuarisch miteinander zu tun haben mögen
oder nicht mehr zu tun haben mögen."
(Herbert Wehner, 1955)
"Die CDU muß mit sich selber fertigwerden. Das allerdings kann ihr niemand
abnehmen; das kann auch ich ihr nicht abnehmen."
(Herbert Wehner, 1970)
"Natürlich gibt es in dieser Gesellschaft Klassen, und dennoch nenne ich sie
nicht eine Klassengesellschaft. Das ist keine Gesellschaft, in der die Zugehörigkeit
zu dem, was man soziologisch eine Klasse nennt, das Ausschließen oder das Privilegiertsein
bei der Regelung der politischen Angelegenheiten unseres Gemeinwesens und gesellschaftlicher
Reformbemühungen bedeutet."
(Herbert Wehner, 1973)
"Das, was man 'die Wirtschaft' nennt, wird nicht nur verkörpert oder repräsentiert
durch die Wortführer der Unternehmensleitungen oder Unternehmensverbände. (...)
Die Wirtschaft wird nicht außerhalb alles anderen nur durch Unternehmensleitungen
oder Leiter verkörpert, die sicher auch dazugehören, aber die Arbeitnehmerseite
gehört auch dazu und das Gemeinwesen als Drittes, das ja nicht krank werden darf
bei einer Neuauflage des Rückfalls in längst überwundene Verhältnisse."
(Herbert Wehner, 1977)
"National sein können in Deutschland nur diejenigen, die ein Deutschland schaffen
helfen wollen, das die Wiederholung der Schrecken der Vergangenheit ausschließt."
(Herbert Wehner, 1967)
"Meine Heimat ist Sachsen, das es heute so nicht mehr gibt, und dies war die
Wiege der deutschen Arbeiterbewegung."
(Herbert Wehner, 1976)
"Sozialdemokraten müssen wissen und sich stets daran erinnern, notfalls gegenseitig,
daß sie die Hoffnung jener Teile der Gesellschaft verkörpern, die zu gleichen
Rechten und von gleichen Rechten weiter zu gleichen Chancen kommen (...)"
(Herbert Wehner, 1971)
"[Das SED-Experiment] wird fürchterlich enden, mit einem moralischen Katzenjammer
und einer sittlichen Vernichtung derer, die einmal aus ehrlichen Absichten kommunistische
oder sozialistische Vorstellungen solcher Art zu realisieren versucht haben."
(Herbert Wehner, 1964)
"Innenpolitische Gegnerschaft belebt die Demokratie. Aber ein Feindverhältnis,
wie es von manchen gesucht und angestrebt wird, tötet schließlich die Demokratie,
so harmlos das auch anfangen mag. Das geteilte Deutschland – meine Damen und Herren,
ich will Sie damit nicht belehren; Sie wissen das wahrscheinlich zum größten Teil
selbst – kann nicht unheilbar miteinander verfeindete christliche Demokraten und
Sozialdemokraten ertragen."
(Herbert Wehner, 1960)
"Ich halte es für eine große Sache, daß die SPD von ihren Ahnen das Postulat
übernommen hat und an ihm festhält, die Beziehungen zwischen den Völkern und Staaten
nach denselben einfachen Gesetzen, die das Verhältnis zwischen privaten Personen
regeln sollen, ordnen zu helfen."
(Herbert Wehner, 1966)
"Kataloge in allen Ehren für Käufer und Verkäufer, für Leute, die Stichworte
suchen. Programm, das ist ein Programm mit Grundwerten, das ist ein Programm mit
einer klaren Zielrichtung, die sich nicht ändern darf, oder die SPD hört auf,
Sozialdemokratische Partei zu sein".
(Herbert Wehner, 1979) Kontext zum Zitat
"Mit Opfern auf Kosten des Ostens unseres Landes kann und darf man keine Positionen
irgendwo in westlicher Richtung erkaufen wollen."
(Herbert Wehner, 1949)
"Im Gegensatz zu Kurt Biedenkopf, der meint, die sozialen Sicherungen seien
schon ausreichend, haben wir die Absicht, die soziale Grundausstattung unserer
Gesellschaft auch weiterhin nach einem durchdachten Konzept auszubauen."
(Herbert Wehner, 1975 zit. durch die "ZEIT")
"Es wird sich zeigen, daß die sachlich nüchterne Arbeit der Sozialdemokraten
sowohl den Interessen der deutschen arbeitenden Menschen als auch der Verwirklichung
einer umfassenden europäischen Völkergemeinschaft dient."
(Herbert Wehner, 1952)
"Die Humanität wird stärker sein als Schießbefehle und Minengürtel, wenn sie
sich entfalten kann. Wiedervereinigung in gesicherter Freiheit wird letzten Endes
abhängig sein von dem Grade, in dem das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn auch
zunächst schritt- und stückweise, sich geltend macht."
(Herbert Wehner, 1964 - zugleich Inschrift auf dem Denkmal in der Spenerstraße)
"Unsere Sache ist es, den betriebstätigen Menschen zum Bewußtsein zu bringen
und im Bewußtsein zu erhalten, immer neue Erfahrungen dazu zu verwerten, daß wir
es in der SPD mit der Partei zu tun haben, die ihnen reinen Wein einschenkt und
die sie nicht verschaukelt oder verkohlt."
(Herbert Wehner, 1973)
"Der erste Schritt, den jeder tun kann, ist, sich frei zu machen von dem Untertanengemüt."
(Herbert Wehner, 1926)
"Wir ringen darum, die im Grundgesetz allen Frauen und Männern gewährleisteten
gleichen staatsbürgerlichen Rechte weiterzuführen, zu transformieren, zu transformieren
zur sozialen Chancengleichheit für jedermann, jede Frau und jeden Mann, gleichviel
in welchen Verhältnissen sie geboren wurden und wohin es sie verschlagen oder
vertrieben hat."
(Herbert Wehner, 1978)