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Herbert-Wehner-Bildungswerk e. V.

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Aktuelles-Artikel

17. Juli 2026

„Sie wurden eingesperrt, weil sie frei sein wollten!“

Am Samstag, den 11. Juli 2026 durften wir zwei beeindruckenden Frauen zuhören: Konstanze Helber und Margitta Becke. Im Rahmen unserer Veranstaltung „Wege in die Freiheit“ berichteten sie von ihren Beweggründen, die DDR zu verlassen, von ihren Fluchtversuchen und ihrer Haft im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck.

Es war ein Nachmittag, der noch lange nachwirkt – tief bewegend, zugleich ermutigend und geprägt von herzlichen Begegnungen.

Unser herzlicher Dank gilt den beiden Zeitzeuginnen für ihre Offenheit und ihren Mut, über das erlebte DDR-Unrecht zu sprechen. Mit ihrem unermüdlichen Erinnern machen sie deutlich, wie kostbar Demokratie, Menschenrechte und Freiheit sind.

Ebenso danken wir dem Dirk Vogel für seine sensible fotografische Annäherung, die in den Porträts der „Frauen von Hoheneck“ eindrucksvoll sichtbar wird. Er gab Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung, die noch bis zum 5. Oktober 2026 im Herbert-Wehner-Haus zu sehen ist.

Ein besonderer Dank geht auch an Cathia Hecker, deren Interviewtexte den porträtierten Frauen eine eindringliche Stimme verleihen. Das Begleitbuch zur Ausstellung erscheint am 22. Juli 2026 im Vergangenheitsverlag – ein Buch gegen das Vergessen, das wir euch sehr ans Herz legen.

Ein besonderer Moment war für uns die Anwesenheit der 95-jährigen Annemarie Krause, selbst eine der porträtierten Frauen, die gemeinsam mit ihrer Tochter Verena an der Veranstaltung teilnahm. Wer die Ausstellung besucht und das Begleitbuch liest, wird verstehen, warum ihre Geschichte so berührt.

Unser Dank gilt außerdem Prof. Dr. Christoph Meyer, der in seinem Vortrag Herbert Wehners Rolle bei den Häftlingsfreikäufen aus der DDR einordnete, sowie Sonnhild Lindner, die die Korrespondenz ihrer Familie mit den Wehners mit uns teilte. Ihren Freikauf verdankte sie unmittelbar dem Einsatz von Herbert und Greta Wehner.

Historiker und Kurator Peter Wellach inspirierte uns mit seinem Podiumsbeitrag direkt zu einer Bildungsfahrt im Jahr 2027, die den Weg in die Freiheit vom ehemaligen Kaßberg-Gefängnis – dem „Tor zur Freiheit“ – bis zum ehemaligen Notaufnahmelager Gießen nachzeichnen wird. Beide Orte sind heute bedeutende Lern- und Erinnerungsorte, deren Ausstellungen von beier+wellach konzipiert wurden.

Und natürlich danken wir Pia Heine, die mit Empathie und großer Sachkenntnis durch den Nachmittag geführt hat.

Um es mit Karins gern verwendeten Worten zu sagen: „Es war uns ein Fest“ – eines anlässlich des 120. Geburtstags von Herbert Wehner.


Feedback

„Liebe Frau Pritzel, liebe Frau Seifert,
was war das für ein schöner Samstag mit der großartigen Veranstaltung. Ihre Vorbereitungen dazu waren aufwändig und für uns „Betroffene“ glichen diese einer besonderen Wertschätzung.“
(Konstanze Helber)

„Ich fand die Veranstaltung auch sehr gelungen: Die Bilder hingen einfach toll, die Raumgestaltung wunderschön und die Begegnungen und Impulse sehr beeindruckend. Vielen Dank Ihnen für alle Mühe und diese Möglichkeit!“ (Cathia Hecker)

„Geschichte muss man erleben, um zu verstehen. Umso schöner, wenn man eine Tochter hat, die gerne intensiv in längst Vergangenes einsteigt, zuhört, nachfragt. So haben wir heute gemeinsam die Gelegenheit genutzt, den 120. Geburtstag von Herbert Wehner im gleichnamigen Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. mit einer hochinteressanten Veranstaltung zu den „Frauen von Hoheneck“ zu begehen. Super Initiative! Die Ausstellung selbst ist lohnenswert – und noch bis Oktober an der Devrientstrasse in Dresden zu sehen. Gleichzeitig gab es heute eine Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen und einer historischen Einordnung zur Rolle Wehners bei den Freikäufen aus der DDR. Ein dunkles Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, das nicht in Vergessenheit geraten darf.
Das ist auch Gitta Becke wichtig. Die engagierte Seniorin wollte Ende der 70er Jahre der politischen Engstirnigkeit in Sachsen entfliehen und landete statt im Westen im Gefängnis. Heute lebt sie wieder in Dresden und sagt, dass es nicht selbstverständlich ist, dass sie überhaupt über die schlimme Zeit in Hoheneck sprechen kann. Trotzdem tut sie es, auch und ganz besonders gern mit Jugendlichen, wie meiner geschichtsbegeisterten 16-Jährigen, die sie beim Gehen extra nochmal ansprach. Wäre ein Selfie wert gewesen, so war es ein sehr herzlicher Austausch über Generationen und Lebenswege hinweg.“
(Dana Ritzmann in einem LinkedIn-Beitrag)