Bildungsangebot
11. Juli 2026 · 15.00 – 17.00 Uhr
„Wege in die Freiheit“ – 120 Jahre Herbert Wehner
Herbert Wehner zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Bonner Politik im Zusammenhang mit dem Freikauf politischer Häftlinge aus der DDR. Die Abwicklung der Freikäufe erfolgte über das Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz, das so zum Tor in die Freiheit wurde. Als Vorsitzender des Bundestagsausschusses und später als Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen trieb Wehner das System der Freikäufe entscheidend voran und sicherte ihm politische Rückendeckung. Über vertrauliche Kanäle zu DDR-Unterhändler Wolfgang Vogel und SED-Chef Erich Honecker wirkte Wehner im Hintergrund, hielt den Austausch auch in Krisenzeiten aufrecht und prägte so die Freikaufpraxis nachhaltig.
Zu den Freigekauften gehörten auch Frauen, die aus politischen Gründen im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert waren. Ihre persönlichen Geschichten sind tief bewegend – doch nach der Wende fanden sie oft nur wenig Gehör. Genau diese Stimmen möchten wir im Rahmen unserer Veranstaltung in den Mittelpunkt rücken.
Wir laden euch ein, mehr über Herbert Wehners Rolle bei den Freikäufen zu erfahren sowie mit Zeitzeuginnen über das DDR-Unrecht, den Weg in die Freiheit und ihr heutiges Engagement ins Gespräch zu kommen.
Veranstaltungsprogramm:
15:00 Uhr
Begrüßung
Input-Vortrag von Prof. Dr. Christoph Meyer zu Herbert Wehners Rolle bei den Häftlingsfreikäufen aus der DDR
15:30 Uhr
Vorstellung des Ausstellungs- und Buchprojekts „Die Frauen von Hoheneck“
durch Cathia Hecker, Autorin & Zeitzeugeninterviews und Dirk Vogel, Fotograf
16:00 Uhr
Podiumsgespräch mit folgenden Gästen:
- Prof. Dr. Christoph Meyer, Hebert-Wehner-Biograph & Vorsitzender der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung
- Peter Wellach kuratorischer Leiter der Dauerausstellung im Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis
- Konstanze Helber, Vorsitzende des „Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen in der SBZ/SED-Diktatur e.V.“
- Margitta Becke, Zeitzeugin aus Dresden (angefragt)
- Moderation: Pia Heine, Historikerin & pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg
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