Aktuelles-Artikel
22. April 2026
Weiterarbeiten und nicht verzweifeln!
Herbert Wehner steckte Hans-Jochen Vogel, seinem Nachfolger im Amt des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden einen Zettel zu auf dem geschrieben stand: „Trotz alledem: Weiterarbeiten und nicht verzweifeln!“ Ein tröstender und aufbauender Satz, den man einem vertrauten Menschen in der aktuellen Situation vielleicht gern mit auf den Weg geben möchte. Deswegen haben wir Wehners Zettel-Botschaft in eine Postkarte verwandelt, die wir euch zum Weiterverschicken oder zur eigenen Erbauung gern zusenden. Natürlich könnt ihr euch auch Exemplare bei uns vor Ort abholen.
Für uns ist der kleine Zettel eine Erinnerung, dass demokratische Bildungsarbeit Geduld, Haltung und Beharrlichkeit braucht.
Zum Hintergrund
„Trotz alledem: Weiterarbeiten und nicht verzweifeln!“ – der Zettel war ein kleines Dokument politischer Ermutigung in einer schwierigen Phase der SPD. Herbert Wehner steckte ihn Hans-Jochen Vogel am 9. Februar 1981 zu, als die Partei und die Bundestagsfraktion unter Druck standen und Vogel in den innerparteilichen wie parlamentarischen Belastungen seinen Kurs behaupten musste.
Der politische Kontext
1981 war für die SPD eine Phase der Unsicherheit: Die Partei befand sich in der Opposition, die sozialliberale Koalition war von Spannungen geprägt, und in der Fraktionsarbeit ging es oft darum, Mehrheiten zusammenzuhalten und Rückschläge auszugleichen. In diesem Umfeld gerieten Vorhaben der Regierung beziehungsweise der SPD-nahen Lager immer wieder ins Stocken, was die Nerven belastete.
Wehner, der als disziplinierter Fraktionspolitiker galt, war für Vogel zugleich Mentor und Maßstab. Der Zettel entstand in einer Situation, in der Wehner ihm sinngemäß zusprach, die tägliche politische Arbeit trotz Frust und Niederlagen fortzusetzen.
Bedeutung für Vogel
Für Hans-Jochen Vogel wurde der Zettel zu einer Art politischem Leitwort. Er bewahrte ihn bis ins hohe Alter in seinem Geldbeutel auf, was darauf hindeutet, dass er die Nachricht nicht nur als freundliche Geste, sondern als verdichtete Lebens- und Berufsethik verstand.
Gerade deshalb wurde die Notiz später oft als Schlüsselsatz für Vogels politisches Selbstverständnis erzählt. Sie steht für die sozialdemokratische Idee, auch nach Niederlagen weiterzuarbeiten, Verantwortung nicht abzugeben und in schwierigen Zeiten Haltung zu bewahren.